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Toskana – eine Reise für alle Sinne!


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Als am 31.08.2013, um 21.30 Uhr die Nacht langsam über Finsterwalde hereinbrach, war es kühl und ungemütlich. Die sonst übliche, um diese Zeit an der Schulbushaltestelle vorherrschende Stille wich schon bald der vorfreudigen und aufgeregten Stimmung, welche die 41 Schülerinnen und Schüler verbreiteten, die in die Toskana aufbrechen wollten. Schon vor dem Abfahren fing man die ersten Reiseschnappschüsse ein und es gab kaum ein Entkommen. Nun wurden die prall gefüllten Koffer eingeladen, die letzten Verpflegungsbeutel vor Ort zusammengepackt und nach der herzlichen Verabschiedung von den Liebsten begann der Wettstreit um den vermeintlich besten Platz im Bus. Als schließlich jeder seinen gefunden hatte, gab es noch eine kurze Ansprache, dann setzte sich der Bus auch schon in Bewegung. Die Reise startete mit großen Erwartungen. Alle hatten lange auf diese Studienfahrt hingefiebert und viele der Schülerinnen und Schüler hatten sich vorher schon intensiv mit den Besonderheiten und den Sehenswürdigkeiten der Toskana auseinandergesetzt. Die Fahrt in die Toskana, welche an das Mittelmeer, genauer gesagt an die nördliche Westküste Italiens führte, hat Tradition – und doch war es neu, dass so viele Schülerinnen und Schüler involviert waren. Deshalb wurde die Fahrt diesmal von drei Lehrern begleitet. Mit Frau Speri, Frau Richter und Herrn Biesold an Bord begann die lange Fahrt nach Italien. Kaum mit dem Reisebus die italienische Grenze überschritten, begrüßte uns schon stockender Verkehr, welcher der Grund dafür war, dass sich die Reisezeit um einiges verlängerte. Doch als der Bus am späten Nachmittag endlich alle Reisenden gesund und munter in den Ferienort Marina di Bibbona gebracht hatte, konnten das mild-gemäßigte italienische Klima und die damit verbundenen warmen Temperaturen genossen werden. Alle waren einfach nur glücklich, das Reiseziel erreicht zu haben, sodass die spontane Umverteilung der Bungalows gar kein Problem darstellte. Man brachte erschöpft die Koffer in die Unterkünfte, welche so eingerichtet waren, dass sie ihren Zweck erfüllten. Die übrige Zeit wurde zum Erkunden des Geländes, des Strandes oder einfach nur zum Füllen des leeren Magens genutzt.
Unsere Erkundungstour begann am nächsten Tag unverzüglich mit einem Besuch der historischen Stadt Florenz, der Hauptstadt der Toskana, welche 59 v. Christus als Florentia gegründet wurde. Die am Fluss Arno gelegene Stadt ist weltbekannt für ihre begeisternde Architektur, die Bauwerke der Renaissance und der Gotik und ebenso als Handels-und Industriezentrum. Unser Weg führte uns an der ältesten und schönsten Brücke von Florenz vorbei, der Ponte Vecchio. Wir erfuhren interessante Fakten über den Palazzo Vecchio und die Familie der Medici, welche als einflussreichste Familie Italiens im 16. und 17. Jahrhundert signifikant ist. Über die Piazza della Signoria spaziert und enge Gassen durchquert, begegnete uns der gigantische Dom von Florenz ,,Santa Maria del Fiore‘‘. Die viertgrößte Kirche der Christenheit ist mit einer beeindruckenden Kuppel ausgestattet und macht es uns Touristen mit einer Länge von 153 Metern, einer Breite von 38 Metern und einer Höhe von 114 Metern schwer, diese Sehenswürdigkeit auf einem Erinnerungsfoto zu positionieren. Verkleidet mit buntem Marmor beeindruckte der Dom schon von außen, doch wer die Geduld aufbrachte, sich in die Warteschlange zu stellen, um auch die innere Schönheit zu entdecken, wurde belohnt. Man bekam unter anderem eine atemberaubend schön gestaltete Kuppel zu Gesicht. Die darauf folgende Freizeit wurde von vielen genutzt, um das leckere italienische Eis zu vernaschen.
Am nächsten Tag, am Dienstag, führte der Weg die Schülergruppe in den Marmorsteinbruch Colonnata bei Carrara. Ausgestattet mit festem Schuhwerk erwarteten die Schüler und Lehrer eine spannende, geführte Tour durch den Marmorsteinbruch. Während der Führung fanden Erläuterungen zum Thema Marmor statt, welcher auch heute noch für Plastiken oder im Innenausbau seine Verwendung findet. Mit dem Fazit, dass die Führung zwar informativ, allerdings nicht so lebendig wie erwartet war, machte man sich auf dem Heimweg. Zur Freude aller blieb genügend Zeit, um endlich den Sprung ins salzige und kühle Nass zu wagen. Gewarnt vor den in den Vorjahren vorhandenen Feuerquallen, genoss man den Strandnachmittag und überstand ihn aus Schülersicht auch ohne Zwischenfall.
Die schöne Mittelalterstadt Siena führten wir uns schließlich am Mittwoch zu Gemüte. Die Busfahrt über die Serpentinen überstanden alle ohne großen Schaden und als Belohnung gab es eine herrliche Sicht auf die für die Toskana typische Landschaft, welche von Weinbergen, Olivenbäumen, Zypressen, Pinien und der mediterranen Buschlandschaft geprägt ist. Sienas Altstadt wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Immer wieder hörte man, Siena sei die heimliche Hauptstadt der Toskana. Ihre Stadtgeschichte ist durch viele politische, aber auch militärische Konflikte mit Florenz geprägt. Bis heute zieht Siena unzählige Touristen an, nicht zuletzt aufgrund des traditionsreichen Pferderennens Palio di Siena, welches zweimal im Jahr stattfindet. Dieses Pferderennen findet auf der Piazza del Campo statt und ist das gefährlichste weltweit. Nähere Informationen erlangten wir während der Stadtführung. Im Zuge dieser Führung besichtigten wir den Dom von Siena. Seine gotische Bauweise und die detailreiche Innengestaltung beeindruckten. Im Anschluss bekam man Zeit, um sich zu stärken, durch die romantischen und verwinkelten Gassen zu schlendern oder einfach, um sich auf der Piazza del Campo auszuruhen und noch etwas Stadtflair zu verinnerlichen.
Am Donnerstag, dem 05.09.2013, hatten wir viel vor. Zunächst besuchte man eine Alabasterwerkstatt. Es wurde uns ermöglicht, dabei zu sein, wie dieser transparente und weiche Stein bearbeitet und gestaltet wurde. Einmal fungierte der Halbkristall aus Gips nach der Bearbeitung als Behälter, beim anderen Mal sahen wir zu, wie schnell und schön die Gravur auf einem Alabasterteller erfolgte. Anschließend war die Möglichkeit gegeben, sich eine Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Weiter ging die Fahrt in die Stadt Volterra, das Zentrum der Alabasterverarbeitung. Der Stadtkern befindet sich in 550 Metern Höhe. Nach den Schülervorträgen gab es Zeit, um sich in den verträumten Gassen umzusehen oder aber für einen Besuch im ,,Museo della Tortura‘‘, dem Foltermuseum. Hier kamen grauenhafte Foltermethoden aus der Vergangenheit ans Tageslicht, welche leider in manchen Ländern noch bis heute ihre Verwendung finden. Seinen Abschluss fand der Tag auf einem Weingut. Da die Toskana als Weinland gilt, wollte man auf dieser Reise natürlich auch diesen Sinn ansprechen. Das Sehen, das Hören und das Fühlen waren während der Reise allgegenwärtig, nun kam auch das Schmecken ins Spiel. Die zunächst geplante Führung auf dem Weingut gestaltete sich allerdings als schwierig. Die Übersetzungen waren schwer zu verstehen. Hier griff Frau Speri nun gekonnt ein, sodass wir uns trotzdem einen Einblick in die Weinverarbeitung verschaffen konnten. Gekrönt wurde das Ganze durch eine Weinverkostung und ein kulinarisch sehr gelungenes Abendessen. Es war ein schöner Abschluss, denn ehe wir uns versehen hatten, befanden wir uns schon am Donnerstagabend. Dies bedeutete für uns, Tasche packen und den letzten Abend gemeinsam genießen.
Am Freitagmorgen brachen wir nun also zum letzten Ziel unserer Reise auf, nach Pisa. Diese Stadt wurde uns als „lebhaft und doch ausgestorben“ angekündigt. Und genau das trifft es auf den Punkt. Einen Großteil der Bevölkerung in dieser Stadt machen die Studenten aus. Für die Touristen ist besonders der Platz der Wunder von Interesse; hier steht auch der Schiefe Turm von Pisa. Ein 54 Meter hoher, freistehender Glockenturm neben dem Dom. Nachdem die meisten sich für das typische Touristenfoto positioniert oder auch an den Ständen noch mal um die eine oder andere Ware gefeilscht hatten, hieß es zurück an den Bus und auf nach Hause! Nicht lange gefahren, verließ uns mal wieder das Glück. Der Bus hatte eine Panne und wir eine Pause mehr. Doch da wir eine lustige Truppe waren und der eine oder andere immer wieder ein Fünkchen von Optimismus versprühte, haben wir auch diese Zeit überstanden. Samstagmittag war es dann soweit, der Bus hielt an der Bushaltestelle, an welcher viele Familienangehörigen schon gespannt warteten. Die Sonne schien, das gute Wetter haben also wir (!) mitgebracht.
Jede schöne Zeit geht irgendwann zu Ende. Auch die Toskanafahrt liegt nun hinter uns. Wir hatten schöne und erholsame Tage, nach denen wir uns zurücksehnen werden, wenn Montag die Schule wieder beginnt. Ganz egal, ob man diese Reise mit „erholsam, erlebnisreich, interessant oder lecker“ beschreiben möchte, denn alles passt, keine Frage, sollte doch für jeden etwas dabei gewesen sein. In diesem Sinne möchten wir uns bei den begleitenden Lehrern Frau Speri, Frau Richter und Herrn Biesold bedanken, bei Rico und bei allen anderen, die uns diese schöne Reise ermöglicht haben.


 

Text Christin Caßbaum / Fotos Christin Caßbaum und Sabrina Elze (JGS 12)